Tattoos

Tattoos können bös ins Auge gehen – im übertragenen wie im wörtlichen Sinn. Ärzte und Wissenschaftler warnen vor unwägbare Langzeitrisiken. Der neueste Wahn: Die teils hoch Schadstoff-belasteten Tätowierfarben werden in die Augen-Lederhaut injiziert.

„Was schert mich mein Geschwätz von morgen?“

Großflächen-Tattoos boomen – kaum mehr ein Körperareal bleibt von den schwarz-bunten Invasiv-Kolorierungen verschont. Prominente „Vorbilder“ aus Sport und Showbiz ziehen immer mehr junge und nicht mehr ganz so junge Leute in ihren Nachahmungsbann. Was die Tattoopigmente auf längere Sicht im Körper anrichten können, scheint kaum jemanden zu kümmern: „Jung bin ich heut – was schert mich mein Leid mit 50?“

Unwägbare Risiken

„Allergien, vielleicht eine kleine Entzündung“ – anderer potenzieller Maläsen scheint sich das Gros der Tattoo-Junkies nicht bewusst. Als 2013 Ärzte und Wissenschaftler auf der ersten „internationalen Fachtagung für Risikobewertung von Tattoofarben“ auf unwägbare Langzeitgefahren von Tätowierungen hinwiesen, fand das in den Tattoo-hypenden Medien kaum Erwähnung. Eine (Krebs-)Erkrankungswelle, die vielleicht erst in 20 Jahren ausbricht, bietet jetzt zu wenig Sensation.

Hochgiftige Inhaltsstoffe

Trotz einer 2008 in Kraft getretenen und 2014 erweiterten „Verordnung über Tätowierfarben“ liefern unangekündigte Prüfungen immer wieder hoch mit Schwermetallen, polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (cancerogen!) und Azo-Farbstoffen belastete Tattoofarben. Chirurgen berichten von schwarz-bunt leuchtenden Lymphknoten. Farbbestandteile treten in das Lymphsystem über und können so im ganzen Körper verteilt werden. Auch bei der Laserentfernung von „A….geweih und Co.“ entstehen z. T. toxische Blausäureverbindungen.

Der neueste Wahn: Augapfel-Tattoos

Mit einer Nadel wird Tinte in die Sklera, die das Weiße des Auges ummantelnde Lederhaut, gespritzt. Augenärzte warnen eindringlich:  Augapfel-Tattoofanssetzen ihr Augenlicht aufs Spiel“. Der „Eingriff gefährdet das Sehvermögen“. Schon die Prozedur sei „extrem gefährlich„.

Mehr Aufklärung tut Not!

In Melbourne, wo der wenig einsichtige „Erfinder“ der Methode agiert, haben die Behörden bereits die Vorschriften verschärft. Aber durch Schulung des Gefahrenbewusstseins zu überzeugen ist immer effizienter als „per Order de Mufti“!