Bei der Frage nach dem gesundheitlichen Wert regelmäßigen Sporttreibens denken wir vor allem an das Herz-Kreislauf-System, an Lunge und Atmung und an das Management des Körpergewichts. Die Augen kommen uns da eher weniger in den Sinn – eine Fehleinschätzung. Denn all die durch körperliche Aktivität angestoßenen Mechanismen, die vor Herzinfarkt,  Schlaganfall und lebensstilabhängigen Formen des Diabetes (Zuckerkrankheit) schützen, kommen auch den Augen zugute.

Augen und Sport:  Muskeln, Fette und Gefäße

Sport stärkt die Muskeln, insbesondere auch den Herzmuskel und senkt zudem ungünstige Blutfette (LDL-Cholesterin, Triglyceride), Blutzucker und Blutdruck. Dieses Trio bestimmt maßgeblich die Gesundheit der Blutgefäße und entscheidet über die Tendenz zur „Gefäßverkalkung“ (Arteriosklerose) und damit über die Risiken für Herzinfarkt und Schlaganfall. Wenden wir den Blick auf die Augen, sehen wir, dass auch hier der Zustand der sehr feinen Blutgefäße der Netzhaut, der davon abhängige Augeninnendruck und die Funktion der Ziliarmuskeln zentrale Faktoren für das Sehvermögen, also für die Augengesundheit darstellen. Tägliche, vernünftig dosierte  körperliche Aktivität…

  • senkt Blutdruck (AMD –Prävention) und Augeninnendruck (Glaukom-Prävention)
  • senkt ungünstige Blutfette (Triglyceride, LDL-Cholesterin)
  • stabilisiert den Blutzucker
  • verbessert Gefäßgesundheit und damit die Sauer und Nährstoffversorgung der Netzhautgefäße
  • hemmt das Ausflocken von Linseneiweißen (Kataraktprävention)
  • verbessert Durchblutung/Nährstoffversorgung der Ziliarmuskeln
Jogging für gesunde Augen - Frau, die im Wald läuft

Augen und Sport: Welche Sportart ist am besten für die Augen?

Zunächst einmal lautet die Devise: Am besten ist diejenige Sportart, die Ihnen am meisten Spaß macht! Denn nur die werden Sie langfristig betreiben, ohne jedes Mal den „inneren Schweinehund“ aus dem Weg räumen zu müssen. Es gibt aber einige Sportarten, die insbesondere bei vorbelasteten Augen weniger geeignet sind. Bei Kampfsportarten ist das wegen der „mechanischen“ Gefahren (Schlag aufs Auge) leicht nachzuvollziehen. Erkrankungen des Formenkreises „Grüner Star“ (Glaukom) und auch Schäden der Makula (z. B. AMD) sind oft mit erhöhtem Augeninnendruck verknüpft. Daher sind hier auch Sportarten mit heftigen „Blutdruckkapriolen“ nicht geeignet. Dazu gehört z. B. Krafttraining mit hohen Gewichten, was zu Pressatmung mit extremen Blutdruckspitzen verleitet. Dagegen ist Kraft-/Muskeltraining mit niedrigerem Gewicht und höherer Wiederholungszahl wegen der muskelbildenden und gefäßstärkenden Wirkung günstig.

Augen und Sport: Auf jeden Fall Ausdauer

Für welche Form der Bewegung Sie sich auch immer entscheiden, es sollte nach Möglichkeit eine  dominierende Ausdauerkomponente dabei sein. Denn im Hinblick auf die Neubildung und „Reinhaltung“ (Arteriosklerosevorbeugung) der Blutgefäße und die dauerhafte Blutdrucksenkung geht nichts über ein moderates Ausdauertraining: Joggen, (Nordic) Walken, Radfahren, Schwimmen, Rudern, Tanzen – suchen Sie sich Ihre Sportart aus. Alles lässt sich Ihrem Alter, Fitness- und Gesundheitszustand gemäß dosieren. Wenn Sie Anfänger(in) sind, lassen Sie sich fachkundig einführen oder schließen sich einer Gruppe / einem Sportverein an.

Augen und Sport: „Die Dosis mach die (gute) Sicht“

Wie viel Bewegung muss/sollte es sein? Nach den Ergebnissen einer 2015 im Fachblatt  Ophthalmology publizierten Studie senkt eine Stunde Bewegung täglich – egal ob Laufen (Joggen), Radfahren oder strammes Walken (Nordic Walken) – das Kataraktrisiko um 13 Prozent. Wer sich zudem ausgewogen ernährt, strikt auf das Rauchen verzichtet und sich beim Alkohol zurückhält, erzielt noch deutlich bessere Werte. In unserem hektischen Alltag mögen dem einen oder der anderen 60 Minuten bewusste Bewegung pro Tag relativ viel vorkommen. Aber auch hier gibt die Wissenschaft klare Antworten. Die uralte Weisheit. „jeder Gang macht schlank“ trifft nicht nur zu, sondern kann noch auf viele weitere gesundheitliche Aspekte ausgeweitet werden. Jede kleine Bewegung, die Sie regelmäßig in Ihren Alltag einbauen – Treppe statt Rolltreppe, kurze Strecken „per pedes“ anstatt motorisiert, Rad statt Auto oder der Gang ins Nachbarbüro anstatt die WhatsApp an den Kollegen, werden aufsummiert und haben einen messbaren gesundheitlichen Nutzen – auch für die Augen. Es muss wahrlich kein Leistungssport sein. Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt als Minimum 150 Minuten flotte Bewegung pro Woche – das sollte doch zu schaffen sein.

Sport ist weder Zwang noch Strafe – Sport ist in unseren Genen verwurzelte Bewegungsfreude und die beste Naturmedizin – auch für die Augen!

Augen und Sport: K(l)ein(er) Aufwand – großer Nutzen

Unseren Augen verdanken wir etwa 80 Prozent unserer Sinneseindrücke. Wir nehmen das gern als selbstverständlich hin und kümmern uns erst um ihr Wohlergehen, wenn sie Probleme bereiten. Doch die Augen haben Besseres verdient und das lässt sich mit wenig Aufwand und viel (Bewegungs-)Freude in den Alltag einbauen Nachgewiesen ist zudem, das Vitamin C aus natürlichem Gemüse und Obst (nicht aus „Vitaminpillen“) das Auskristallisieren der Linseneiweiße und damit die Entwicklung des Grauen Stars hemmt. Herumtoben im Freien (ohne Smartphone vor der Nase) bewahrt Kinder vor Kurzsichtigkeit und jeder, der tägliche Bewegung in seinen Alltag einbaut – oder noch besser mit Freude Sport treibt – wird in vielfacher Hinsicht profitieren.

Langzeitstudie am „Londoner Kings College mit über 320 Zwillingsparen:  Der individuelle Lebensstil wiegt im Hinblick auf die Augengesundheit etwa doppelt so schwer wie die ererbten Gene. Daher am besten: Nicht Rauchen – Vernunft beim Alkoholkonsum – vitaminreich ernähren – täglich bewegen!
Langzeitstudie am „Lawrence Berkeley National Laboratory“ mit über 40.000 Probanden: Regelmäßiges Laufen schützt Augenlinse und Netzhaut. Jeder täglich gelaufene Kilometer senkt das Risiko, an Grauem Star oder an altersabhängiger Makuladegeneration zu erkranken, um 10 Prozent.

Augen und Sport: Vice versa

Die Erkenntnis, „Sport ist gut für die Augen“ gilt auch mit vertauschten Rollen: „Gute Augen erweitern die Möglichkeiten, sportlich aktiv zu sein bzw. zu bleiben. Unbehandelte Sehbehinderungen sind eine der Hauptursachen, weshalb Senioren sich von lange betriebenen sportlichen und geistigen Aktivitäten zurückziehen. Die Folgen sind abnehmende physische und mentale Fitness oder drastischer formuliert: schnelleres Altern.

Augen und Sport: Trotzdem regelmäßig zur Vorsorge

„An apple a day keeps the doctor way!“ Wer sich zudem viel bewegt, muss demnach wohl nie zum Arzt – oder?  Stopp! In diesem Punkt muss die „Spaßbremse“ gezogen werden. Die vernachlässigte Augenvorsorge ist nach wie vor ein großes Problem. Gerade für jene, die gesund und „augenfreundlich“ leben, ist es ein besonderer Einschnitt, wenn die Lebensqualität durch Sehkraftverluste sinkt, deren unbemerkte Frühstadien durch rechtzeitige Augenkontrollen hätten detektiert und behandelt werden können. Seien Sie in diesem Punkt „egoistisch“ und gönnen Sie sich und Ihren Augen ab dem fünften Lebensjahrzehnt regelmäßige Kontrolluntersuchungen, auch wenn Ihre Krankenkasse Sie nicht dazu auffordert.

SPORT ERSETZT KEINE AUGEN-VORSORGE!
Ein gesunder Lebensstil kann einiges bewirken, aber er kann keine Immunität gegen die typischen altersabhängigen Sehkraftverluste bescheren. Auch aktive, gesund ernährte Nichtraucher sind (wenn auch oft später und weniger heftig) von Alterssichtigkeit, Grauem Star oder AMD betroffen.

Sportliche Augen – sportlicher Augenarzt

Wenn Sie sich bei Ihrer Augenuntersuchung gleich noch ein paar sportliche Tipps zum Erhalt Ihrer Augengesundheit abholen möchten, sind Sie bei den Augenärzten am Platz der Luftbrücke an der richtigen Adresse. Denn neben der langen augenärztlichen Erfahrung, blickt Dr. med. Febrer Bowen auf eine bis in Kindertage zurückreichende sportliche „Karriere“ zurück, die noch lang nicht zu Ende ist. Einst im Triathlon aktiv, verbringt er die knappe freie Zeit bevorzugt mit kräftigem Tritt in die Pedale – weit intensiver als Sie es tun müssen, um Ihren Augen Gutes zu tun. Halten Sie sich also fit durch Bewegung und damit das so bleibt, joggen Sie regelmäßig für eine Augenkontrolle bei den Augenärzten am Platz der Luftbrücke vorbei.