Augenlid Erkrankungen

Das Lid

Unser Auge wird durch eine dünne, aus Muskeln, Drüsen, Bindegewebe und Haut bestehende Falte geschützt – das Augenlid.

Es gibt ein Ober- und ein Unterlid. Die Öffnung zwischen diesen beiden wird Lidspalte genannt. Im gesunden Zustand können die Lider das Auge vor äußeren Einwirkungen wie Berührungen, Fremdkörpern, Verletzungen und Licht schützen und mit Hilfe der Tränenflüssigkeit sauber und feucht halten.

Neben Schutz- und Versorgungsfunktion spielen Augenlider bei der Bildung des Gesichtsausdrucks und der Mimik eine entscheidende Rolle.

Das Lid besteht aus einem äußeren und einem inneren Blatt, sowie diversen Muskeln, die für das schnelle Verschließen und Öffnen des Lids zuständig sind. Um die Wimpern (die vor allem die Schutzfunktion der Augenlider unterstützen sollen, indem sie Staubpartikel und andere Fremdpartikel vom Auge fern halten) gibt es mehrere Drüsen zur Talg- und Schweißproduktion. Bei Erkrankungen rund um das Augenlid handelt es sich meist um die Lidstellung, Lidhauterkrankungen, Fehlfunktionen oder Verstopfungen der Liddrüsen, sowie Lidranderkrankungen. Sollten Sie eine Veränderung Ihrer Augenlider feststellen, beraten wir Sie gern, welche Behandlungen möglich sind.

Lidhauterkrankungen: Gerstenkorn (Hordeolum), Hagelkorn (Chalazion) und Xanthelasma

Ein sogenanntes Gerstenkorn (lateinisch Hordeolum) ist meist eine eitrige Entzündung der Drüsen der Augenlider in Form eines Abszesses mit Durchbruch nach innen oder außen. Diese Entzündung wird meist durch eine bakterielle Infektion (in 90 bis 95 Prozent aller Fälle Staphylokokken-Infektion) hervorgerufen. Mangelnde Hygiene (nicht mit schmutzigen Händen ins Auge fassen!), Kontaktlinsen und Make up können dabei als Risikofaktoren gelten. Starke Schmerzen, ein gerötetes oder geschwollenes  Augenlid, Druckempfindlichkeit, sowie Eiterbildung können Symptome eines Gerstenkorns sein. Je nachdem, welche Drüsen von der Entzündung betroffen sind, treten die Symptome an unterschiedlichen Stellen am Auge auf. In seltenen Fällen betrifft ein inneres Gerstenkorn auch die Bindehaut des Auges und kann eine Bindehautentzündung (Konjunktivitis) und eine Schwellung der Bindehaut (Chemosis) verursachen.

Meist öffnet sich das Gerstenkorn nach einiger Zeit von selbst, der Eiter kann ablaufen und die Entzündung heilt ab. Bei schwerem oder chronischem Verlauf können aber auch desinfizierende und antibiotische Salben bzw. Tropfen von Nöten sein. Im schlimmsten Fall ist eine Öffnung des Gerstenkorns durch den Augenarzt nötig.

Da die Erreger übertragbar sind, sollte jede Berührung vermieden und die Hände desinfiziert werden!

Anders verhält es sich bei einem sogenannten Hagelkorn (lateinisch Chalazion): Hierbei handelt es sich meist um eine chronische, von einer Drüse ausgehende, meist schmerzlose, langsam entstehende Entzündung am Rand des Augenlids. Die traubenkern- bis haselnussgroße Schwellung an der Lidkante entsteht meist, wenn eine Sekret produzierende Drüse chronisch verstopft ist. Natürlich gibt es auch hier spezielle Risikofaktoren, auf die aber nicht näher eingegangen werden soll. Bei kleineren Hagelkörner hilft meist schon Wärme und “Abwarten”. Sollte das Hagelkorn aber innerhalb einiger Monate nicht von selbst verschwinden, oder größer werden, kann Ihr Augenarzt mit Hilfe einer Lokalanästhesie und einem kleinen chirurgischen Eingriff nachhelfen. Ob dies nötig ist, ist eine Einzelfallentscheidung. Wir beraten Sie gern dazu!

Bei Xanthelasmen (griechisch xanthos: gelb, elasma: Platte) handelt es sich um gelbe oder rote “Flecke”, die meist an der nasalen Seite der Augenlider auftreten. Hierbei handelt es sich um Einlagerungen von Fett oder fettartigen Substanzen (Cholesterin) in der Haut.

Xanthelasmen bilden sich normalerweise nicht zurück und lassen sich nicht medikamentös behandeln. Es gibt dennoch Therapiemöglichkeiten: die äußerliche Anwendung stark ätzender Substanzen, Abtragung der betroffenen Hautstellen mit Hilfe von Laser, aber auch die chirurgische Entfernung sind Möglichkeiten, die einer Beratung des Augenarztes bedürfen. Wir beraten Sie gern!

Fehlerhafte Lidstellung: Ektropium oder Entropium

Ektropium und Entropium sind erworbene Fehlstellungen des Augenlids. Beim Ektropium handelt es sich um eine Auswärtsdrehung, beim Entropium um eine Einwärtsdrehung des Augenlids. Meist ist davon das untere Augenlid betroffen.

Ursache dieser Fehlstellungen ist meist die Dysfunktion des ringförmigen Schließmuskels, dessen Spannung beim Ektropium meist altersbedingt nachlässt. Beim Entropium ist die Spannung der lidrandnahen Fasern meist höher, deshalb wird das Lid nach innen gezogen.

Beim Ektropium ist das größte Problem meist das “Tränenträufeln”: Tränen laufen über den Lidrand und die Wangen hinunter, da sie ihren normalen physiologischen Weg durch das Tränenpünktchen in den Nasen-Rachen-Raum nicht mehr nehmen können. Betroffene reiben sich daraufhin die Tränen aus den Augen, was die Fehlstellung meistens noch verstärkt. Außerdem kann das Augenlid das Auge nicht mehr komplett schützen. Daraufhin trocknet die Bindehaut aus und es kann zu Entzündungen und geröteten Augen kommen.

Bei einem Entropium haben die Betroffenen meist das Gefühl, ständig etwas im Auge zu haben – kein Wunder, schließlich ist die Hornhaut der empfindlichste Teil der Auges und die ebenfalls nach innen stehenden Wimpern reiben ständig auf Horn- und Bindehaut. Rötungen und ständiger Tränenfluss sind die Folge. Zudem kann es durch wiederholte Entzündung zu Narbenbildung auf der Hornhaut kommen – und damit zur Verminderung der Sehschärfe.

Nun die gute Nachricht: Sowohl Ektropium, als auch Entropium (und damit alle Folgeprobleme) können durch einen chirurgischen Eingriff behoben werden.

Machen Sie einen Termin, wir beraten Sie gern!

Fehlfunktionen oder Verstopfungen der Liddrüsen

Sind die Drüsen der Augenlider verstopft, kommt es meist zu besonders trockenen Augen, da nicht mehr genügend Talg und Tränenflüssigkeit gebildet werden kann. Mit einer einfachen Lidrandhygiene können Folgeprobleme wie ständig gerötete Augen, Entzündungen oder das unangenehme “Reibeisen-Gefühl” beseitigt werden.

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