Makuladegeneration

Unter dem Begriff Makuladegeneration wird eine Gruppe von Erkrankungen der Netzhaut des Auges zusammengefasst, die die Macula lutea („Gelber Fleck“) betreffen. Da der “Punkt des schärfsten Sehens” Bestandteil dieses betroffenen Areals ist, führt der allmähliche Funktionsverlust der Zellen meist zum Nachlassen der Sehschärfe (Visus).

Von einer Makuladegeneration spricht man immer dann, wenn die Makula (als Teil der Netzhaut) degenerative oder strukturelle Veränderungen aufzeigt.

Es gibt verschiedene Formen dieser Erkrankung. So kann eine Makuladegeneration als Folge hoher Kurzsichtigkeit (myopische Makuladegeneration), genetisch bedingt (Makuladystrophien), toxisch bedingt oder als Folge von Entzündungen auftreten.

Altersbedingte Makuladegeneration (AMD)

Die häufigste Form dieses Erkrankung ist jedoch die Altersbedingte Makuladegeneration (AMD). In den westlichen Industrieländern gilt sie als die häufigste Ursache für stark beeinträchtigende Sehstörungen bzw. für Erblindung des Netzhautzentrums.

Schon die Bezeichnung “Altersbedingt” weist darauf hin, dass (neben Rauchen und genetischer Belastung, sowie Vorerkrankungen wie Bluthochdruck und Diabetes) das Lebensalter der größte Risikofaktor dieser Erkrankung ist.

Allgemein gilt, dass die Erkrankung meist nach dem 55. Lebensjahr auftritt, ab dem 65. Lebensjahr steigt die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung noch einmal an.

Durch die geänderte Altersstruktur unserer Gesellschaft, hat der Anteil der Menschen, die von der AMD betroffen sind deutlich zugenommen und wird weiter ansteigen.

Die AMD wird nach Sautter in zwei Formen eingeteilt: die trockene Form, die in 85 % der Fälle vorliegt und die feuchte Form, an der 15 % Prozent der Patienten erkrankt sind.

Die trockene Form der AMD führt in der Regel zu einer allmählichen Verschlechterung des Sehens, während die feuchte AMD meist weitaus dramatischer verläuft und meistens in einem totalen Verlust der Sehfunktionen in der Makula mündet.

Mögliche Ursachen der Makuladegeneration

Wir wollen hier nicht wissenschaftlich auf alle möglichen Ursachen der Makuladegeneration eingehen, Ihnen jedoch einen kleinen Überblick darüber geben, welche Ursachen in Frage kommen können:

  • Höheres Lebensalter (siehe oben)
  • Erkrankungen wie Bluthochdruck, Arteriosklerose (Arterienverkalkung) und Diabetes: Wenn kleine Gefäße in den Augen von diesen Erkrankungen betroffen sind, kann es zu einer Mangelversorgung mit Nährstoffen und Sauerstoff kommen und in Folge dessen zur MD.
  • Freie Radikale: Physischer und psychischer Stress, UV-Strahlung, fetthaltige und einseitige Ernährung, Alkohol, “Blitz-Diäten” und vor allem Rauchen sind für die Freisetzung sogenannter Freier Radikale verantwortlich, die wiederum nachweislich die Zellstruktur schädigen – auch die der Makula.
  • Flüssigkeitsmangel und falsche Ernährung: ausreichendes Trinken stärkt die Sehkraft – sagen Forscher der FU Berlin. Ein Defizit von Wasser im Körper, hindere die Durchblutung und könne sich so auf Netzhaut und umliegendes Gewebe auswirken, dass die Funktion der Makula verschlechtert werden könnte. Gleiches gilt für einen Mangel an Vitaminen und Spurenelementen.
  • Genetische Dispositionen: Wissenschaftler haben das sogenannte Makula-Gen 1, das auch als CFH-Y402H bezeichnet wird, gefunden. Inzwischen gibt es Einrichtungen, die auf Wunsch in Gentests nach dem Makula-Gen suchen und so eine Wahrscheinlich der Erkrankung berechnen. Doch Achtung: Gene sind nicht starr und unveränderlich, sondern hochflexibel und hängen mit ihren Funktionen stark von äußeren Faktoren und Lebensumständen ab. Deshalb ist dieser Gentest in der Fachwelt stark umstritten. Es handelt sich hierbei nur um die Errechnung von Risikofaktoren, nicht um das Finden der tatsächlichen Ursache.

 

Forscher haben zudem nachgewiesen, dass regelmäßiger Ausdauersport die Risiken für Augenerkrankungen nachweisbar mindert.

Symptome einer Makuladegeneration

Wenn Symptome einer AMD auftreten, ist der krankhafte Prozess meist schon fortgeschritten. Wenn Sie die folgenden Symptome bei sich wahrnehmen, sollten Sie umgehend einen Termin bei einem Augenarzt machen:  

  • Abnahme der Sehschärfe und damit der Lesefähigkeit,
  • Abnahme des Kontrastempfindens,
  • Abnahme des Farbensehens,
  • Abnahme der Anpassungsfähigkeit an veränderte Lichtverhältnisse (Adaption),
  • Erhöhung der Blendungsempfindlichkeit
  • zentrale Gesichtsfeldausfällen

Viele Patienten mit Makuladegeneration leiden außerdem unter so genannten asthenopischen Beschwerden, die vor allem bei Belastung auftreten (Lesen, PC, TV etc.): Augenrötungen, Augenschmerzen, Tränen oder Trockenheit der Augen, Schweregefühl der Augenlider, rasche Ermüdung, sowie Kopfschmerzen und Sehen von Doppelbildern können ein Hinweis auf eine Augenerkrankung sein. Zudem kann das wellenförmige Sehen (gerade Linien oder Kanten erscheinen plötzlich verzerrt oder verbogen) ein wichtiger Hinweis auf eine feuchte Makuladegeneration sein.

Was wir für Sie tun können

Bei einer AMD, kann der rechtzeitige Gang zum Augenarzt Schlimmeres verhindern. Die feuchte AMD ist möglicherweise gut zu behandeln, wobei der Verfall der Sehfähigkeit gestoppt und sogar die Sehschärfe verbessert werden kann.

Mit der rasanten Entwicklung der modernen Augenheilkunde gibt es nämlich Hoffnung: Eigentlich für Frühchen gedacht (die, je kleiner/untergewichtiger, umso größerer Erblindungs-Gefahr ausgesetzt sind), mittlerweile aber vor allem am anderen Ende der Altersskala vielversprechend.

Der Therapieansatz zielt auf die Hemmung des Wachstum-Botenstoffes VEGF ab. Wenn eine AMD auftritt, hemmt man bei Therapie durch VEGF-Hemmer das krankhafte Wachstum von Proliferationen (Gefäßneubildungen), bei der Gefäße bis in die Stelle des schärfsten Sehens hineinwachsen und teilweise einen dramatischen Sehverlust verursachen können.

Die erwähnten Hemmstoffe des VEGF werden direkt ins Auge injiziert, um den Gefäßwachstum zu stoppen. Je nach Krankenversicherung werden bis zu 100% der Behandlung übernommen. Neben der Diagnose und Therapie gehört es zur Aufgabe des Augenarztes, Ihrer Krankenkasse eine Bitte zur Kostenübernahme zu unterbreiten.

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