Gehören Sie zur wachsenden Zahl der Menschen, die sich mehr Unabhängigkeit von ihrer Brille wünschen und noch unschlüssig sind, ob sie im neuen Jahr ihre Fehlsichtigkeit etwa durch eine Lasik oder eine Kunstlinsenimplantation (IOL, ICL, CLE) behandeln lassen werden? Vielleicht gibt Ihnen ein aktueller Forschungsbefund die Entscheidungshilfe, sich bei den Augenärzten am Platz der Luftbrücke einmal über die Möglichkeiten einer weitgehende Brillenunabhängigkeit verschaffenden laser- und linsenchirurgischen Behandlung individuell beraten zu lassen.

Leben ohne Brille - Brillenunabhängigkeit

Brillenunabhängig: nicht nur eine Frage des Komforts

Gut 44 Millionen Menschen ab 14 Jahre tragen aktuell in Deutschland eine Brille, davon ca. 25 Millionen ständig, die übrigen 19 Millionen gelegentlich, etwa als Lese- oder „Autofahrbrille“. Durch die gestiegene Lebenserwartung – insbesondere die deutlich gewachsene Zahl körperlich und geistig aktiver Jahre – steigt das Bedürfnis nach mehr Unabhängigkeit von einer externen Sehhilfe. Durch die rasante Entwicklung der refraktiven (Brechkraft-verändernden) Chirurgie mit den Methoden der (Femto)Lasik und Linsenimplantation wächst die Zahl der Mensch, die sogar im siebenten und achten Lebensjahrzehnt ganz oder weitgehend auf eine Brille verzichten können. Dabei sind es bislang vorwiegend Argumente der Lebensqualität, die den Wunsch nach Brillenunabhängigkeit befördern. Sport- und Outdooraktivitäten nimmt es einiges an Freude, wenn Schweiß oder Regen die Brillengläser ständig beschlagen lässt. Auch dauerndes Putzen, wenn man als Kurzsichtiger jeden „Fussel“ als störend empfindet, kann mehr als nervig werden. Derartige Argumente sind gewichtig, aber nun kommt eines mit gesundheitlicher Relevanz hinzu.

Brillenunabhängig: Was tummelt sich auf meiner Brille?

Gerade jetzt, im Winterhalbjahr, haben Erreger von „Schnupfen, Husten, Heiserkeit“, Hochsaison. Andere Keime sind das ganze Jahr über aktiv. Der Hauptübertragungsweg der meisten Erreger führt über unsere Hände, mit denen wir sie uns flugs – etwa beim Essen aus der Hand oder beim Augenreiben – über Schleimhäute einverleiben. Wer über ein intaktes Immunsystem verfügt, wird meist gut damit fertig – bei Älteren ist das oft nicht mehr der Fall. Die Empfehlung, nicht alles anzufassen und sich regelmäßig gründlich die Hände zu waschen, ist daher ein gute. Eine Brille kommt täglich x-fach mit Händen und Haut in Kontakt. Da mag es verwundern, dass es bislang kaum Studien zur Keimbelastung der Sehhilfen gibt. Im Bewusstsein, dass gerade Senioren mit oft nicht mehr ganz so leistungsfähigem Immunsystem eine Brille tragen, haben Mikrobiologen aus Furtwangen 2018 erstmals umfassend die mikrobielle Besiedlung von Brillen analysiert.

Brillenunabhängig: Wo lauern die Mikroben?

Die Biologen untersuchten 31 Brillen von Hochschulmitarbeitern und Seniorenheimbewohnern. Von jeder Brille wurden sieben Abstriche an Bügeln, Ohrbügeln, Rahmen, Nasenpolster und Gläsern genommen und mikrobiell analysiert.

Die kurzgefassten Ergebnisse:

  • Sämtliche Brillen zeigten eine Besiedlung mit verschiedenen Bakterienarten.
  • In Bereichen mit direktem Hautkontakt – Ohrbügel, Nasenpolster – war die Keimdichte am höchsten – auf den Gläsern am niedrigsten
  • Maximalbelastung: 660.000 Bakterien/Quadratzentimeter (ein Nasenpolster)
  • Durchschnittsbesiedelung: 1.400 Bakt/cm2 (Hochschule) – 2.080 Bakt/cm2 (Seniorenheim)
  • Besiedlung Gläser: 40 Bakt/cm2 (Hochschule) – 230 Bakt/cm2 (Seniorenheim)
  • Unterschiedliche Bakteriengattungen: 2 (Hochschule) – 10 (Seniorenheim)

Brillenunabhängig: alte Bekannte mit Krankheitspotenzial

Brillen sind also altersunabhängig recht dicht mit Mikroorganismen besiedelt. Gerade die Gläser sind bei älteren Menschen aber deutlich stärker verkeimt. Vermutlich liegt das an alterstypischen Sehkraftverlusten. Alterssichtige Menschen nehmen nahe Gegenstände – also auch Schmutzpartikel oder Fingerabdrücke auf den Brillengläsern – weniger wahr und reinigen daher seltener. Das spiegelt sich nicht nur in der höheren Bakterienzahl, sondern auch in der Vielfalt der Bakteriengattungen auf den Gläsern wider. Einige davon sind „nicht ohne“. 60 Prozent der nachgewiesenen Bakterienarten sind als potenzielle Krankheitserreger bekannt, darunter Auslöser von Bindehautentzündung und Endophthalmitis (Entzündung innerer Augenstrukturen). Besonders häufig wurden Vertreter der Bakteriengattung Staphylococcus nachgewiesen, aus denen sich auch der gefährliche „Krankenhauskeim“ MRSA (Multiresistenter Staphylococcus aureus) rekrutiert.

Brillenunabhängig: „Keimschleuder“ ade

Fraglos sind Brillen als Träger potenziell pathogener Keime einzustufen. Dennoch braucht kein Brillenträger jetzt in Panik zu verfallen. Solange Ihr Immunsystem fit ist, wird es mit den Erregern, die sich auf Ihrer Brille tummeln, fertig werden. Wer besorgt ist, kann die Infektionsgefahr durch häufigere Reinigung minimieren. Standardisierte Tests haben gezeigt, dass durch Säubern der Brillengläser und -gestelle mit feuchten Brillen-Reinigungstüchern eine Keimreduktion um 94 – 99 Prozent gelingt (Trockenreinigung 85 – 90 Prozent).

Brillenunabhängig: der letzte „Kick“

Es ist nicht auszuschließen, dass bei Brillenträgern, die häufiger unter Augeninfektionen leiden, ein kausaler Zusammenhang mit der Keimbesiedlung der Sehhilfe steht. Diesen Personen, aber auch all jenen, die aus lebensqualitativen Beweggründen mit dem Gedanken spielen, sich 2019 durch einen Lasereingriff oder  eine Kunstlinsenimplantation weitgehende Unabhängigkeit von einer externen Sehhilfe zu verschaffen, mögen die neuen Daten zur Keimbelastung den „Kick“ geben, sich ausführlich über die individuelle Eignung, das Machbare und die Erfolgsaussichten informieren zu lassen. Bei den Augenärzten am Platz der Luftbrücke finden Sie die Experten für all Ihre Fragen zu einem Leben ohne Brille mittels Laserkorrektur (Lasik, Femtolasik) und den Möglichkeiten moderner Linsenchirurgie IOL, ICL, CLE).