Ein Flügelfell – die meist nasenseitig wachsende, in der Regel gutartige Wucherung der Augenbindehaut – zeigt in seiner Ausgestaltung, Größe und besonders im Ausmaß der von ihm ausgehenden Behinderung ein breites individuelles Spektrum. Es gibt daher keine „One-fits-all“-Therapie bei einem Fügelfell / Pterygium. Dem wird bei den Augenärzten am Platz der Luftbrücke sehr sorgfältig Rechnung getragen.

Flügelfell/Pterygium – Konservativ versus chirurgisch

Der grundsätzliche Therapiebedarf ergibt sich aus dem Ausmaß des Beschwerdebildes. Dabei geht es sowohl um die Intensität und Häufigkeit der Reizzustände als auch um die Einschränkung des Sehvermögens. In frühen Flügelfell-Stadien mit allenfalls seltenen Beschwerden, die von den Betroffenen weder physisch noch kosmetisch als belastend empfunden werden, kann eine medikamentöse Therapie mit befeuchtenden, antientzündlichen Augentropfen ausreichend sein. In der Vielzahl der Fälle sind der Wirksamkeit einer konservativen Therapie jedoch enge Grenzen gesetzt. Die einzige effektive Therapieoption ist dann die chirurgische Entfernung des Pterygiums. Klare Indikationen für diesen Weg sind:

  • Wachstum des Flügelfells auf die Hornhaut (glasklarer vorderer Teil der Augenaußenhaut)
  • Verlegung der Sehachse (durch Pterygiumwachstum zur Hornhautmitte)
  • Doppelbilder durch narbige Hornhautveränderungen
  • Hornhautverkrümmung (Astigmatismus) durch Zug des Flügelfells an der Hornhaut àverzerrtes Sehen (Stabsichtigkeit)
  • Leidensdruck (Reizzustände, kosmetisches Bild)

Flügelfell/Pterygium – Hilft eine Brille gegen den Astigmatismus?

Sofern keine belastenden Reizzustände des Auges vorliegen, lässt sich zumindest „theoretisch“ eine Pterygium-bedingte Hornhautverkrümmung (Stabsichtigkeit) durch Anpassung einer Brille korrigieren. In der Praxis ist dieses Verfahren aber selten zielführend, da das Wachstum des Flügelfells auf die Hornhaut oft zu einer fortschreitenden Verstärkung des Astigmatismus führt, die sehr häufige Neuanpassungen der Brillengläser erfordert. Letztendlich ist daher die Astigmatismus-Progression eine klare Indikation für die Flügelfell-Operation.

junge Frau mit Sonnenbrille entspannt auf einer grünen Wiese - Flügelfell / Pterygium Behandlung

Flügelfell/Pterygium – Fortschrittliche OP-Technik

Ein Thema, das im Vorfeld der chirurgischen Entfernung des Flügelfells kommuniziert werden muss, ist die sogenannte Rezidivneigung. Abgeleitet vom Lateinischen „recidere“ (zurückfallen) versteht man darunter das erneute Auftreten derselben Problematik. So war in früheren Jahren das „Wegschneiden“ eines Flügelfells / Pterygiums mit dem Malus hoher Rezidivraten (bis zu 70 %) behaftet. Dank intensiver Forschungsarbeit haben die augenchirurgischen Techniken während der letzten Dekade eine deutliche Fortentwicklung erfahren. Mit dem gegenwärtigen Gipfel dieser Entwicklung – der  von den Augenärzten am Platz der Luftbrücke angewendeten „PECA“-Technik – konnten nicht nur die Rezidivhäufigkeiten in den niedrigen einstelligen Prozentbereich (Literatur: ca. 5%) abgesenkt werden. Zudem liefert diese Methodik bei Ausführung durch einen erfahrenen Augenchirurgen wie Dr. med. Bernhard Febrer Bowen sehr gute kosmetische Ergebnisse.

Flügelfell/Pterygium – „PECA“: das OP-Verfahren der Wahl

Bei früheren Operationsverfahren wurde das Flügelfell nur ausgeschnitten und die entstandene Lücke durch Verschieben und Vernähen direkt benachbarter Bindehautbereiche abgedeckt. Die hohe Rezidivrate machte oft Nachoperationen erforderlich. Das heute angewendete Verfahren „PECA“ steht für Pterygium Excision und Conjunktivaler Autograft (Flügelfellausschnitt und Bindehaut-Eigentransplantat). Bei dieser ambulant in Lokalanästhesie angewendeten OP-Methode wird das Flügelfell präzise von der Hornhaut gelöst und der gegebenenfalls vernarbte Bindehautbereich ausgeschnitten. Das entfernte Gewebe wird nachfolgend mit einem Bindehauttransplantat („Flap“), das von einer anderen Stelle desselben Auges entnommen wird, abgedeckt und mit Gewebeleim (Fibrinkleber) und/oder kleiner Naht fixiert. Der Eingriff dauert etwa 30 Minuten.

Flügelfell/Pterygium – Warum ist die Rezidivrate bei PECA deutlich niedriger?

Das ungehemmte Wachstum eines Flügelfells steht im Zusammenhang mit der (durch intensive Sonnen-/UV-Strahlen) induzierten Beschädigung des sogenannten Limbus corneae („Hornhautrand“). Dies ist die schmale Übergangszone zwischen der weißen Lederhaut und der durchsichtigen Hornhaut. Man kann den Limbus mit bloßem Auge als runden grauen Saum an der Grenze zwischen dem „Weißen“ des Auges und der durch die klare Hornhaut in der jeweiligen Augenfarbe durchscheinenden Regenbogenhaut erkennen. Dieser Limbus enthält Stammzellen (nicht ausdifferenzierte, entwicklungsfähige „Ersatzzellen“), die für die regelgerechte Regeneration von Binde- und Hornhaut von großer Bedeutung sind. Bei den früheren Pterygium-OP-Verfahren – der einfachen Flügelfellexcision – konnte keine genügende Wiederherstellung eines Limbus mit funktionellen Stammzellen erreicht werden und damit eine Triebfeder des Flügelzellwachstums nicht beseitigt werden. Die Folge: hohe Rezidivwahrscheinlichkeit.

Mit der Transplantation eines autologen, d. h. aus einem anderen (möglichst vor UV geschützten) Bereich desselben Auges stammenden Bindehautlappens (PECA-OP) können funktionsfähige limbale Stammzellen mit auf die vom Flügelfell befreite „Gewebelücke“ übertragen werden. Sie sorgen für eine regulierte Binde- und Hornhautregeneration mit erheblich verringerter Rezidivwahrscheinlichkeit und ohne Abstoßungsreaktionen, wie sie bei der Transplantation von Fremdgewebe zu erwarten wäre.

Flügelfell/Pterygium – Histologie und Nachsorge

Safety first! Bei vorliegenden Verdachtsmomenten kann das exzidierte Pterygium zur Absicherung von Diagnose und Gutartigkeit der Wucherung einer histologischen (feingeweblichen) Laboranalyse zugeführt werden. Die Wundheilung wird mit einem speziellen Salbenverband unterstützt. Gegebenenfalls werden wachstumshemmende Medikamente zur weiteren Absenkung der Rezidivrisikos verabreicht.

Flügelfell/Pterygium – Nach der OP ist vor der Vorbeugung

Da es als sicher gilt, dass gutartigen Wucherungen im Auge auch eine genetische Veranlagung zugrunde liegt, sei Menschen, die bereits einmal ein Flügelfell entwickelt haben, ein besonders akkurater Umgang mit Risikofaktoren ans Herz gelegt. Die allgemein gültige Empfehlung, seine Augen von Kindheit an sorgfältig vor starker Sonnen-/UV-Einwirkung zu schützen, erhält nach der operativen Entfernung eines Pterygiums noch größere Relevanz. Das Tragen einer auch seitlich gut abschirmenden „UV-400/100% UV“-Sonnenbrille ist unter sommerlicher wie winterlicher (Schneereflexion) Sonne unbedingt zu empfehlen. Da auch andere intensive Augenreizungen, Verletzungen, bakterielle oder Herpesinfektionen, Chemikalien, aber auch ständige Überbeanspruchung und Austrocknung der Augen ein (erneutes) Flügelfellwachstum befördern können, gilt es, seinen Lebensstil angstfrei, aber risikobewusst zu gestalten. Dazu gehört es, vermeidbare Gefahren zu minimieren und regelmäßige augenärztliche Vorsorgeuntersuchungen wahrzunehmen.

Flügelfell/Pterygium – Die Adresse von der Vorsorge bis zur Therapie

Die variable Ausgestaltung der Flügelfellbildung erfordert eine sehr gründliche Anamnese, Diagnostik und individuelle Therapieplanung. Um für den einzelnen Patienten die beste, mit dem niedrigsten Rezidivrisiko verbundene Behandlungsstrategie/OP-Technik zu eruieren, sollten Sie sich nur einem im Bereich des Pterygiums erfahrende/n Augenarzt/In/-chirurgen/In anvertrauen. In Berlin finde Sie diese Expertise auch aufgrund der langjährigen augenchirurgischen Tätigkeit von Dr. Febrer Bowen im besonders Flügelfell-reichen südeuropäischen Raum bei den Augenärzten am Platz der Luftbrücke. Jetzt bequem online einen Termin bei den Augenärzten am Platz der Luftbrücke buchen!