Flügelfell

Flügelfell

Das Flügelfell (Pterygium) ist ein krankhaftes Vorwachsen der Bindehaut auf die Hornhaut. Wenn vor der Lasik ein Flügelfell auf die Bindehaut wächst, kann das zu einer irregulären Hornhautverkrümmung (Astigmatismus) führen. Auch kann die Kurzsichtigkeit (Myopie), Weitsichtigkeit (Hyperopie) und auch Altersweitsichtigkeit (Presbyopie) davon beeinflußt werden. Wenn also vor der Lasik ein Flügelfell besteht, sollte dieses zuerst operative beseitigt werden, damit das Bindehautgewebe nicht die Hornhautverkrümmung weiter beeinflußt. Wenn vor der Lasik das Flügelfell entfernt wird, ist zu beachten, dass dieses sehr leicht wieder nachwachsen kann. Das liegt daran, dass beim Flügelfell die limbalen Stammzellen, also die Zellen, die verhindern, dass die Bindehaut auf die klare Hornhaut wächst, gestört sind. Eine reine Entfernung vom Flügelfell führt also in den meisten Fällen dazu, dass es wieder nachwächst. Das kann aber verhindert werden.

Wodurch entsteht ein Flügelfell?

Das Flügelfell kann durch eine Verletzung entstehen. Weitaus häufiger ist aber die Schädigung der limbalen Stammzellen durch das Sonnenlicht. Deswegen sehen wir das Flügelfell auch häufiger in südlichen Ländern mit mehr Sonneneinstrahlung.

Wie wird das Flügelfell behandelt?

Grundsätzlich ist die operative Entfernung die Methode der Wahl. Da aber die limbalen Stammzellen nötig sind, um ein Nachwachsen zu verhindern, benutzt man körpereigenes Gewebe, um die entfernten Zellen zu ersetzen. Die Stammzellen unter dem Oberlid werden vom Sonnenlicht nicht bestrahlt, so dass man diese benutzen kann, um eine autologe Transplantation vorzunehmen.

Trotzdem kann es aber vorkommen, dass trotz autologer Transplantation das Flügelfell nachwächst. Um dieses zu verhindern, werden spezielle Medikamente, sogenannte Antimetabolite, verwendet. Hier steht das 5-Fluorouracil (5FU) oder Mitomycin C zur Verfügung. Das sind sehr starke zellhemmende Medikamente, die aus der Krebstherapie kommen.
5-Fluorouracil ist weniger aggressiv und wird von den meisten Augenärzten bevorzugt.  (Vergleiche Bekibele et al. Int Ophthalmol. 2012 Feb;32(1):3-8. Epub 2012 Jan 15. 5-Fluorouracil versus mitomycin C as adjuncts to conjunctival autograft in preventing pterygium recurrence.)
Das Transplantat kann eingenäht oder mit Fibrinkleber befestigt werden (Sekundo et al.  Ophthalmologe. 2010 Jun;107(6):525-8. Operative techniques for surgical treatment of primary and recurrent pterygia). Die Dosis für die Medikamente ist  50 mg/ml  bei 5-FU oder 0.01% für das Mitomycin C.
Ich habe seitdem ich leitender Chirurg der Universitätsklinik Barcelona war viele Flügelfell-Operationen durchgeführt. Gerade in Spanien ist die Inzidenz wegen der vermehrten Sonneneistrahlung höher.
Dr. med. Bernhard Febrer Bowen
By |08.03.2012|Categories: FAQ @en|
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