Dr. med. Bernhard Febrer Bowen ist es besonders wichtig, jeden seiner Patienten in einem präoperativen Aufklärungsgespräch auch über Risiken, sowie typische und mögliche Nebenwirkungen aufzuklären. Im Falle des Einsatzes implantierbarer Kontaktlinsen (ICL) kommt dabei auch die Frage aufs Tapet: „Wie hoch ist das Risiko, durch Einsatz einer ICL die Entwicklung einer Katarakt (Grauer Star) zu fördern?“

ICL und Kataraktrisiko – phake IOL

Implantierbare Kontaktlinsen (ICL) gehören zu den sognannten phaken Intraokularlinsen (phake IOL), die zusätzlich zur körpereigenen Augenlinse eingesetzt werden, um deren Brechungsfehler zu korrigieren, Mit dieser Methode lassen sich heute auch starke Weit-, Kurz- oder Stabsichtigkeiten beheben, die für eine Laserkorrektur der Hornhaut nicht in Frage kommen.

Kataraktrisiko implantierbare Kontaktlinse ICL? - Augenmessung kann Risiko und Nebeniwrkungen minimieren

ICL und KataraktrisikoHinterkammer-Implantation

Grundsätzlich kann eine phake IOL in die vordere Augenkammer (Bereich zwischen Hornhaut /Cornea und Regenbogenhaut/Iris) oder die hintere Augenkammer (zwischen Iris und körpereigener Augenlinse) implantiert werden. Eine ICL wird gewöhnlich in die recht kleine Hinterkammer, direkt vor die zu korrigierende natürliche Linse implantiert. Das erfolgt in einem kurzen augenchirurgischen Eingriff. Im Gegensatz zu herkömmlichen Kontaktlinsen verbleibt die ICL permanent im Auge. Doch ist der Einsatz etwa im Falle späterer Veränderungen des Sehvermögens reversibel.

ICL und Kataraktrisiko – „Reibungsrisiko“

Da die hintere Augenkammer relativ klein ist, besteht beim operativen Einsatz einer ICL das generelle Risiko eines mechanischen Kontaktes zwischen Kunstlinse und körpereigener Augenlinse. Letztere kann dadurch Schaden nehmen und gegebenenfalls vorzeitig eintrüben, d, h. eine behandlungsbedürftige Katarkt entwickeln.  In diesem Fall müssten die implantierbare Kontaktlinse ICL und die körpereigene Linse entfernt und im Rahmen der klassischen Kataraktoperation durch eine aphake, d. h. anstelle der natürlichen Augenlinse implantierte IOL ersetzt werden.

ICL und Kataraktrisiko – Risikominimierung

Vor 11 Jahren wurden die Daten einer von der amerikanischen Gesundheitsbehörde FDA initiierten Risikoanalyse zur Kataraktentwicklung nach ICL-Implantationen publiziert. Damals wurde das Risiko für eine niedriggradige Post-ICL-Linsentrübung mit 6 – 7 Prozent und für eine behandlungsbedürftige Katarkt mit 1-2 Prozent beziffert. In der mittlerweile verstrichenen Dekade hat es in der Materialentwicklung, der OP-Technik und besonders auch in der präoperativen Augenvermessung enorme Fortschritte gegeben.

ICL und Kataraktrisiko – biometrische Augenbestimmung

Die Präzision der präoperativen Augenvermessung ist einer der entscheidenden Faktoren für die individuelle ICL-Fertigung – für deren Passform, Leistungsfähigkeit und auch für die Risikominimierung unerwünschter Nebenwirkungen. Auf dem Gebiet der computergestützten Messtechnik hat sich sin den letzten Jahren Immenses getan. Der von Dr. Febrer Bowen eingesetzte „IOL-Master 700 Total Keratometrie“ entspricht dem aktuell höchsten Stand der Technik zur biometrischen Hornhautvermessung.

ICL und Kataraktrisiko – White-to-White-Messung

Die hohe Reliabilität (Präzision und Verlässlichkeit nach wissenschaftlichen Maßstäben) der IOL-Master-Reihe wurde bereits 2012 im Rahmen einer Dissertation an der Universität des Saarlandes, Homburg/Saar verifiziert. Mit dem neuen, von den Augenärzten am Platz der Luftbrücke verwendeten IOL-Master 700 Total Keratometrie lässt sich die zur individuellen Berechnung von implantierbaren Kontaktlinsen ICL erforderliche „White-to-White“-Messung in bislang unerreichter Genauigkeit durchführen – ein ganz wichtiger Faktor zur Minimierung postoperativer Komplikationen wie einem Reiben der ICL auf der körpereigenen Linse.

ICL und Kataraktrisiko – hohe Biokompatibilität

Heutige ICL werden aus `Collamer´ (Wortschöpfung aus „Kollagen“ und „Polymer“) gefertigt – einem Material, das dem natürlichen körpereigenen Kollagen ähnelt. Postoperative Nebenwirkungen, die auf Unverträglichkeiten oder allergischen Reaktionen der ICL beruhen, sind damit deutlich unwahrscheinlicher.

ICL und Kataraktrisiko – Central-Flow-Technologie

Mit der Einführung der sogenannten „Central-flow Technologie“ in der ICL-Fertigung gehören Probleme eines gestörten Kammerwasserflusses und dem damit verbundenen Ansteigen des Augendrucks weitgehend der Vergangenheit an. Auch diese Entwicklung minimiert die Risken für mechanische Kontakte zwischen ICL und körpereigener Augenlinse und damit für die ICL-getriggerte Kataraktentwicklung.

ICL und Kataraktrisiko – Risikobewertung heute

Noch liegen zwar keine statistischen abgesicherten Zahlen für die heutigen Risiken einer Kataraktentwicklung nach ICL-Implantation vor. Doch dürften sie deutlich unterhalb den 2008 von der FDA veröffentlichten 1 bis 2 Prozent liegen. Darüber hinaus ist stets zu bedenken, dass statistische Mittelwerte recht wenig über die individuelle Augenanatomie und damit über das persönliche Risiko des einzelnen Patienten aussagen. Aus diesem Grund kommt der präzisen Vermessung jedes einzelnen Auges eine überragende Bedeutung zu. Nur diese kann Grundlage der konkreten Therapieplanung sein. Dazu bedarf es modernster Messtechnik in Kombination mit augenärztlicher Erfahrung und Expertise. Auf all dies dürfen Sie bei den Augenärzten am Platz der Luftbrücke vertrauen.