Keep on running – Laufen für gesunde Augen!

Regelmäßiges Laufen (Joggen, Walken) mindert nicht nur die Risiken für Herzkreislauf-Krankheiten, Muskel- und Knochenabbau, sondern stärkt auch die Sehkraft im Alter. Das zeigen Langzeitstudien mit sportlich Aktiven beiderlei Geschlechts. Demnach entfaltet moderates Lauftraining präventive Wirkung gegen die zwei häufigsten altersabhängigen Augenerkrankungen:  den Grauen Star (Katarakt; Eintrübung der Augenlinse) und die Makuladegeneration (Verlust von Lichtsinneszellen der Netzhaut im Bereich des schärfsten Sehens). Neben genetischer Veranlagung, Vorerkrankungen und Augenverletzungen spielt der individuelle Lebensstil eine wichtige Rolle. Besonders Rauchen (Gefäßschäden) und ungenügender Sonnschutz der Augen (Sonnenbrille) erhöhen die Risiken für beide Augenerkrankungen. Dagegen minimiert regelmäßiger Ausdauersport die Risiken deutlich. Dabei geht es nicht um Hochleistung, sondern um nicht erschöpfende Bewegung. Kalifornische Forscher eruierten im Rahmen einer siebenjährigen Studie mit über 40-Tausend mehr oder weniger sportlich aktiven Frauen und Männern eine unerwartet hohe Positivwirkung regelmäßigen Laufens auf die Gesundheit von Augenlinse und Netzhaut. Die Wissenschaftler sprechen von einer direkten Korrelation zwischen der Anzahl der wöchentlich gelaufenen Kilometer und der präventiven Wirkung. So verringerte sich das Makuladegenerationsrisiko durch ein läuferisches Tagespensum von über vier Kilometer um bis zu 54 %. Beim Grauen Star sind die Zahlen ähnlich beeindruckend. Ein weiteres Positivum: Es ist nie zu spät, denn weitere „live“-Studien zeigten, dass nicht nur das Risiko für einen Krankheitsausbruch gesenkt wird. Auch die Progression, das Fortschreiten der Augenleiden, wird durch moderate, aber regelmäßige ausdauernde Bewegung gebremst. Übertreiben sollte man es aber auch nicht. Die Studien zeigen, dass zu hartes, erschöpfendes Training die protektiven Wirkungen aufhebt, wenn nicht sogar ins Gegenteil verkehrt. Worauf beruhen die positiven Effekte des Sports auf die Augen? Die naheliegendste Erklärung ist die verbesserte Herz-Kreislauf- und Gefäßgesundheit. Die Erhaltung der Herzmuskelkraft, Vermeidung von Cholesterinablagerungen in den Gefäßen, bessere Sauerstoffversorgung und ein niedriger Blutdruck beugen Durchblutungsstörungen vor und wirken sowohl der zur Linsentrübung führenden Anhäufung von Stoffwechselprodukten als auch dem Verlust von Fotorezeptoren der Netzhaut entgegen.

Wer noch mehr für seine Augen tun möchte, achtet auf Vitamin-C-reiche Ernährung. Eine britische Zwillingsstudie zeigte, dass ausgewogene Ernährung mit viel Vitamin C das Risiko für die Linsentrübung um etwa 30 % senkt. Vermutlich sammelt sich das Vitamin C in der Augenflüssigkeit und schützt die Linse. Der präventive Effekt zeigte sich aber nur, wenn das Vitamin aus natürlichen Quellen (Paprika, Brokkoli, Rosen-, Grünkohl, Zitrusfrüchte) stammt. Nahrungsergänzungsmittel bringen nichts. Genetische Analysen zeigten überdies, dass die Gene nur zu einem Drittel für Fortschritt und Schwere des Grauen Stars verantwortlich sind. Sport und Ernährung spielen eine deutlich größere Rolle.