Volkskrankheit Grauer Star

Die meisten Menschen sind im Seniorenalter vom Grauen Star (Katarakt), dem Eintrüben ihrer Augenlinsen betroffen. Zwischen 800 Tausend und einer Millionen Kataraktoperationen (Implantation einer Kunstlinse) werden allein in Deutschland pro Jahr durchgeführt. Die Erfahrung von über 30 Tausend solcher Eingriffe steckt in den Händen von Dr. med. Febrer Bowen von den Augenärzten am Platz der Luftbrücke Da die überaus erfolgreiche und komplikationsarme Kataraktoperation die einzige kausale Therapie des Grauen Star ist, der unbehandelt bis zur Erblindung führen kann, übernimmt die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) die Kosten für die Basisvariante dieses augenchirurgischen Eingriffs. Vielfach wird die Katarakt aber von weiteren (altersabhängigen) Sehbehinderungen begleitet, die dank fortschrittlicher Technologien heute im Rahmen der Kataraktoperation therapiert werden können – die Zusatzkosten übernimmt die GKV nicht.

Sehqualität mit Kunstlinsen

Eigenanteil + Sehkomfort: Die Katarakt kommt selten allein

Unabhängig vom Grauen Star sind wir alle ab dem fünften Lebensjahrzehnt von Alterssichtigkeit betroffen – viele zudem von weiteren Sehfehlern wie Kurz-/Weitsichtigkeit oder Astigmatismus (Hornhautverkrümmung). Die GKV finanziert dabei stets die Basistherapie, also meist die externe Sehhilfe. Dabei gibt es heute sehr leistungsstarke Technologien, die Korrekturen dieser Sehfehler durch Implantation speziell gefertigter Kunstlinsen (multifokal, torisch) ermöglichen. Somit lassen sich heute (unter Berücksichtigung bestimmter Eignungskriterien) durch individuell angepasste Linsendesigns im Rahmen der Kataraktoperation mit dem Grauen Star auch weitere bestehende Sehfehler erfolgreich therapieren. Allerdings verursacht das zusätzlichen Aufwand bei der biometrischen Augenvermessung und der Linsenfertigung, Diese Kosten werden von der GKV nicht übernommen.

Eigenanteil + Sehkomfort: ICD-10

Maßgeblich für die Kostenübernahme durch die GKV ist die ärztlich gestellte Diagnose. Sie wird nach einem international einheitlichen Klassifikationssystem – dem ICD-10 – kodiert. „ICD“ steht für „International Classification of Diseases“, die „10“ für die aktuelle Version. Einige Anpassungen für Deutschland sind im ICD-10-GM („German Modification“) festgehalten. Ärzte sind verpflichtet, für jeden gesetzlich versicherten Patienten die gestellte Diagnose in ICD-10-GM-verschlüsselter Form an die GKV zu übermitteln.

Alle anerkannten „Krankheiten des Auges und der Augenanhangsgebilde“ sind im ICD-10-GM mit den Codes H00.*-H59.* (*=Ziffer zur weiteren Unterklassifizierung) verschlüsselt. So ist z. B. der altersbedingte Graue Star (Altersstar) mit H25.* chiffriert.  Augenkrankheiten, die oft zusätzlich zur Katarakt vorliegen, haben eigene ICD-Codes: Alterssichtigkeit (Presbyopie, H52.4), Hornhautverkrümmung (Astigmatismus, H52.2), Kurzsichtigkeit (Myopie, H52.1), Weitsichtigkeit (Hyperopie, H52.0).

Eigenanteil + Sehkomfort: Multifokale und torische Linsen keine GKV-Leistung

Diese oft im Verbund mit der Katarakt bestehenden Sehfehler können dank des hohen Entwicklungsstandes von Augenchirurgie, Augenvermessungs- und Linsentechnologie heute vielfach durch die operative Implantation von Austausch- und/oder Zusatzlinsen erfolgreich therapiert werden und den Patienten dadurch hohen Sehkomfort bei weitestgehender Brillenunabhängigkeit bieten. Der Knackpunkt: Die GKV übernimmt in der Regel nur die Kosten für die Kataraktversorgung mit einer monofokalen (Einstärken-) Linse plus Anpassung einer externen Sehhilfe (Brille). Ohne Frage sind auch monofokale Kunstlinsen hochwertige und leistungsstarke Qualitätsprodukte, die den Grauen Star zuverlässig beseitigen. Aber sie können scharfe Sicht in nur einer gewählten Distanz (meist „weit“) bewerkstelligen. Für die anderen Bereiche ist eine externe Sehhilfe (Brille, Kontaktlinse) ebenso unerlässlich wie für die Behandlung zusätzlich vorliegender Sehfehler (Astigmatismus, Alt-, Weit-, Kurzsichtigkeit). Wer den Komfort weitestgehender – im Idealfall völliger – Brillenunabhängigkeit genießen möchte, hat heute gute Aussichten, dies durch Implantation multifokaler, gegebenenfalls torischer (bei Astigmatismus) Sonderlinsen zu erreichen, die zusätzlich zur Kataraktbeseitigung weitere Sehfehler ausgleichen. Die anfallenden Mehrkosten, beginnend mit der präzisen Augenvermessung (optische Biometrie) werden von der GKV im Regelfall nicht erstattet.

Eigenanteil + Sehkomfort: IOL-Master-Biometrie – 90 Euro

Voraussetzung jeder Linsenimplantation ist die genaue Augenvermessung. Die GKV-finanzierten monofokale Lösung übernimmt hier die Kosten für die Basisuntersuchung unter Einsatz von Spaltlampenmikroskop und Ultraschall-Messgerät.

Für die präzise Anpassung multifokaler/torischer Sonderlinsen sind weitergehende Präzisionsmessungen (optische Biometrie) erforderlich. Diese besondere Biometrik wird von den GKVen nicht bezahlt. Für bestmögliche Ergebnisse verwenden die Augenärzte am Platz der Luftbrücke den „IOL-Master 700 Total Keratometrie“, ein computerunterstütztes Hochleistungsgerät der neuesten Generation, das auch außergewöhnliche Augenanatomien präzise erfasst. Für die Augenvermessung mit diesem Gerät müssen Patienten eine Zuzahlung von 90 Euro leisten – eine Investition, über die sich nachzudenken lohnt.

Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten einer Kataraktoperation nur vollständig, wenn eine Monofokallinse, implantiert wird. Zusatzkosten für multifokale und torische Sonderlinsen müssen selbst bezahlt werden. In Anbetracht der Einmaligkeit und besonders der Nachhaltigkeit einer solchen Sonderlinsen-Implantation lohnt es aber unbedingt, über eine solche Investition in die eigene Augengesundheit nachzudenken.

Eigenanteil + Sehkomfort: Crux mit den Zuzahlungen

Für Patienten ist es nicht immer leicht nachzuvollziehen, nach welchen Kriterien ärztliche Leistungen von der GKV übernommen werden. In der Augenchirurgie dienen viele therapeutische Optionen dem Erreichen einer möglichst hohen Sehqualität und auch der weitgehenden Unabhängigwerdung von einer externen Sehhilfe. Dies sind Behandlungen, die einer deutlichen Erhöhung der Lebensqualität bis ins hohe Alter dienen, aber über den grundlegenden kurativen (heilenden) Ansatz hinausgehen. Bei solchen Leistungen zeigt sich die GKV dann wenig übernahmebereit.  Obwohl ein zusätzlich optimiertes Sehvermögen der körperlichen und geistigen Mobilität und damit dem allgemeinen Gesundheitszustand überaus dienlich ist, gelten solche Behandlungen dann als zuzahlungspflichtige „individuelle Gesundheitsleistungen (IGel)“. Bereits die 90 Euro für die optische Biometrie mit dem IOL-Master, das die Grundlage für eine individuelle Linsenfertigung bspw. bei einem Grauen Star in höchster Präzision bildet, sind für viele Patienten alles andere als „Peanuts“. Aber seien wir ehrlich: Setzt man diesen Betrag (auch wenn Kreuzvergleiche bekanntlich hinken) ins Verhältnis den puren Anfahrtskosten eines Schlüsseldienstes, Handwerkers oder zum Kinobesuch mit der Familie, relativiert sich der Aufwand, zumal es um eine nachhaltige Einmalinvestition in das Sehvermögen geht.

GKV und Eigenanteil: Monofokale Kassenleistung oder Einmalinvestition?

Der Status quo: Die Kosten für die Behandlung des altersbedingte Graue Star (Katarakt) durch eine Kataraktoperation werden von den GKVen vollständig übernommen, sofern

– eine monofokale Linse eingesetzt wird

– keine erweiterten Augenvermessungen (optische Biometrie) erfolgen.

Die Implantation multifokaler/torischer Austausch- und/oder Zusatzlinsen, die weitere bestehende Sehfehler (Hornhautverkrümmung, Alters-, Kurz-, Weitsichtigkeit) ausgleichen, ist mit Kosten verbunden, die von den GKVen nicht erstattet werden.

Der kassenfinanzierte monofokale  Linsentausch ist eine sehr zuverlässige und zielführende Behandlung. Monofokallinsen sind leistungsstarke Qualitätsprodukte, die auf die Beseitigung eines konkreten Schadens – der Katarakt – ausgerichtet sind. Aber weitere, im fortgeschrittenen Alter oft vorliegende Sehfehler, bleiben bei dieser Behandlung außen vor und müssen dann mit externer Sehhilfe behandelt werden. Die moderne Augenmedizin bietet mit den multifokalen/torischen Austausch- und Zusatzlinsen komfortable Lösungen, die über die Katarakt hinaus bestehende Sehfehler korrigieren. Die Frage, wie wichtig ist mir hoher Sehkomfort für meine Lebensqualität und bin ich bereit bzw. in der Lage, dafür einen eigenen finanziellen Mehraufwand zu leisten, sollte sich jeder stellen, der vor einer – in der Regel einmaligen – Katarktoperation steht.

GKV und Eigenanteil: Ein Wort in eigener Sache

Als Autor dieses Blogs steht man automatisch unter „Subjektivitätsverdacht“ – auch als stets um Objektivität bemühter Wissenschaftler. Dennoch möchte ich eine das Thema Zuzahlung betreffende Erfahrung anfügen: Ein Verwandter stand kürzlich vor der Entscheidung, seine fortgeschrittene Katarakt mit GKV-finanzierten monofokalen Linsen behandeln zu lassen oder sich für eine Sonderlinsentechnologie zu entscheiden, die weitere bei ihm seit langem bestehende Fehlsichtigkeiten beseitigt. Nach eingehender Beratung durch Dr. Febrer Bowen und geneinsamer Entscheidungsfindung fiel seine Wahl auf individuell adaptierte Sonderlinsen. Heute, wenige Monate nach dem Eingriff, freut er sich über eine „nie für möglich gehaltene“ Erhöhung seiner Lebensqualität und enorm erweiterte Bewegungsfreiheit: „Das Geld hätte ich nicht besser anlegen können“ (O-Ton).

Lassen Sie sich von den Augenärzten am Platz der Luftbrücke beraten und finden Sie die am besten zu Ihren Augen und Ihren finanziellen Möglichkeiten passende Lösung.