Gut geölt – maritime Hilfe gegen trockene Augen

Der Fisch muss schwimmen – das Auge auch

Im Winter ist es oft am unangenehmsten. Die warme, nur wenig Feuchtigkeit bindende Heizungsluft macht Menschen, die unter trockenen Augen leiden, besonders zu schaffen. Eine vernünftige Ernährungsweise, bei der Fisch eine wichtige Rolle spielt, kann erheblich zur Symptomlinderung beitragen – vorausgesetzt, man verträgt Fisch.

Keine bloße Unannehmlichkeit

Mit geschätzt etwa zehn Millionen Betroffenen allein in Deutschland darf das „Trockene Auge“ geradezu als „Volks(augen)krankheit“ angesehen werden. Augenärzte wie Dr. Feber Bowen berichten von einem überdurchschnittlich hohen Anteil von Patienten, die wegen der sehr belastenden Symptome trockener Augen Hilfe suchen. Aufgrund vielfältiger möglicher Ursachen, sind Diagnostik und Therapie oft anspruchsvoll. Hinter Brennen, Jucken, Reibeisengefühl und der paradox erscheinenden Situation, dass ein trockenes Auge permanent tränt, können sich manifeste pathologische Zustände verbergen. Eine Ausschaltung lebensstilbedingter Risikofaktoren wie Rauchen, Fehlernährung, Dehydrierung, Zugluft und überbordende Bildschirmarbeit reicht in diesen Fällen nicht aus.

Zu wenig Wasser – zu wenig Fett

Ursache trockener Augen können die verminderte Produktion oder aber eine fehlerhafte Zusammensetzung der aus wässrigen und fettigen Anteilen bestehenden Tränenflüssigkeit sein. Dies können Folgen von Funktionsstörungen der vorwiegend Wasser abgebenden Tränendüsen sowie der Schleim und Fett liefernden Lidränder und Bindehaut sein. Besonders häufig sind verstopfte und/oder entzündete Talgdrüsen in den Lidrändern (sog. Meibomdrüsen) der „Casus knaxus“. Geben sie – etwa durch Verstopfung – zu wenig „Öl“ ab, wird die Tränenflüssigkeit zu wässrig. Sie verdunstet verstärkt bzw. läuft aus dem Auge heraus, anstatt die Oberfläche zu benetzen. Das Auge tränt, trocknet aber aus, was unbehandelt zu nachhaltigen Hornhautschäden führen kann.

Meibomdrüsen

Diagnostik und Therapie angezeigt   

Wer länger mit trockenen Augen zu tun hat, ist gut beraten, sich augenärztlich untersuchen zu lassen. So sind entzündliche Meibromdrüsen-Fehlfunktionen (hintere Blepharitis) heute erfolgreich therapierbar. Allerdings ist dazu spezielles Instrumentarium und Know-How erforderlich. Daher werden spezielle Therapien zur Wiederherstellung der Meibomdrüsen-Funktionalität noch von relativ wenigen Augenarztpraxen angeboten. Bei den Augenärzten am Platz der Luftbrücke erhalten Betroffene Hilfe. Mit speziellen Verfahren (Lidhygiene mit der Blephasteam Wärmebrille, Sekretlyse mit Meibomdrüsen-Druckpinzette) behandelt Dr. Febrer Bowen auch hartnäckige Fälle erfolgreich.

Marine Eigenprophylaxe

Dass Rauchen, Zugluft und zu langes Starren auf den Bildschirm die Symptomatik trockener Augen forciert, ist allgemein bekannt. Die Bedeutung der Ernährung dagegen wird oft unterschätzt. Neben ausreichender Flüssigkeitszufuhr (mindestens 1,5 Liter täglich) und vitaminreicher Kost geht es besonders um eine Fraktion von Nahrungsfetten, die gewöhnlich eher mit der Herz-Kreislauf-Gesundheit in Verbindung gebracht werden: Omega-3-Fettsäuren (Ω3-FS). Ihre Bedeutung für unsere Gesundheit ist aber ungleich weitreichender und betrifft eine Vielzahl von Körperfunktionen:

  • Aufbau von Zellmembranen
  • Produktion von Hormonen
  • Entwicklung von Gehirn und Nervensystem
  • Muskelaufbau und –funktion
  • Fließfähigkeit des Blutes
  • Entzündungshemmung
  • Senkung von Blutfetten und Blutdruck
  • Gefäß- und Knochenstabilität sowie „Gelenkschmierung“
  • Aufbau und Funktion der Augennetzhaut (Retina)
  • Zusammensetzung und Stabilität des Tränenfilms (Feuchthalten des Auges)

Das Auge „isst“ mit…

Auge isst mit

…im wahrsten Sinne des Wortes! Denn Ω3-FS sind sogenannte essenzielle Fettsäuren, d. h. sie sind lebenswichtig, aber unser Organismus kann sie nicht selbst herstellen. Daher MÜSSEN wir sie mit der Nahrung zuführen. Im Besonderen geht es um zwei dieser Ω3-FS, die auf die so „einprägsamen“ Namen Docosahexaensäure und Eicosapentaensäure getauft wurden. Chemisch weniger Bewanderte mögen sich kurz DHA und EPA merken. Für gesunde Augen – als Bausteine der Netzhaut und des Fettanteils der Tränen  – sind die beiden eminent wichtig. Das Problem: Nur eine Art natürlicher Lebensmittel sind ergiebige DHA- und EPA-Lieferanten – FETTE KALTWASSERFISCHE wie Hering, Makrele, Lachs und Sardinen. Sie sollten daher jede Woche zwei- bis dreimal unseren Speiseplan bereichern. Wer „Non-Pesco-Vegetarier“ bzw. Veganer ist oder Fisch partout nicht mag, sollte unbedingt auf Nüsse sowie auf ausgewählte Pflanzenöle wie Lein-, Walnuss und/oder Rapsöl setzen, da diese Sorten neben einem guten Ω3:Ω6-Verhältnis einen hohen Anteil an ALA (Alpha-Linolensäure) aufweisen. Nur aus dieser Ω3-FS kann unser Körper (in begrenztem Umfang) DHA und EPA synthetisieren. Wer dennoch Mangelerscheinungen entwickelt, muss (nach ärztlicher Konsultation) gegebenenfalls supplementieren. Die gesündere Lösung jedoch ist der Fischverzehr!

Für Fischallergiker (k)ein Problem

Für Fischallergiker (etwa jeder Tausendste weltweit), die bislang streng angehalten sind, auf die „marinen Ω3-Bomben“ zu verzichten und daher auch für das „Trockene-Augen-Problem“ anfälliger sind, gibt es jetzt einen Hoffnungsschimmer.  Ein luxemburgisch/norwegisches Forscherteam hat herausgefunden, dass etwa 30 Prozent der Fischallergiker gar nicht auf alle Fischarten allergisch reagieren. Die Ursache liegt in der unterschiedlichen Eiweißzusammensetzung verschiedener Fische. Den Wissenschaftlern gelang es, durch Messung der Konzentrationen von Antikörpern gegen diese Eiweiße im Blut von Allergikern aussagekräftige Marker zu identifizieren, anhand derer sich Allergien gegen einzelne Fischarten festmachen lassen. Ein Teil der Fischallergiker wird somit schon in näherer Zukunft nicht mehr generell auf die gesunden Ω3-, Eiweiß- und Jodspender aus dem Meer verzichten müssen, was einigen von ihnen zu gut befeuchtete Augen verhelfen wird – nicht wegen der Freudentränen, sondern wegen des stabilen Tränenfilms.

To-Do-Liste

Wer Fischallergiker ist und unter trockenen Augen leidet, ist gut beraten, die folgende Agenda „abzuarbeiten“:

  • Untersuchungstermin bei den Augenärzten am Platz der Luftbrücke: Sollte eine krankhafte Ursache wie eine Blepharitis vorliegen, sind Sie bei Dr. Febrer Bowen gleich an der richtigen Adresse, die Sache erfolgreich behandeln zu lassen.
  • Besuch beim Allergologen zur genauen Abklärung Ihrer allergischen Situation
  • Essen Sie täglich ein paar (Wal)Nüsse und verwenden Sie in der Küche regelmäßig ausgewählte Pflanzenöle wie Lein-, Walnuss- oder Rapsöl. Nach Fettfischen zählen diese zu den günstigsten Omega-3-Fettsäurelieferanten.

Sehen Sie positiv in die Zukunft und auf die Forschung. Wenn der spezifische Test zur Eingrenzung einer Fischallergie auf einzelne Arten Praxisreife erlangt hat, werden einige derzeit noch zur „Pesco-Abstinenz“ gezwungene Allergiker ausgewählt zu Fischmesser und -gabel greifen dürfen.

By |01.02.2018|Categories: Allgemein|
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