Lohnende IGel(eistung)?

Die optische Kohärenztomographie (OCT) ist ein nicht-invasives, auf unterschiedlichen Reflexionen von Laserlicht beruhendes Bildgebungsverfahren zur hochauflösenden Darstellung der Netzhautschichten. und Begutachtung des Sehnervzustandes. Damit ermöglicht die OCT eine frühzeitige Diagnostik krankhafter Netzhaut- und Sehnervveränderungen – und zwar oft in einem noch asymptomatischen Frühstadium, d. h. bevor eine Verschlechterung der Sehstärke bemerkt wird. Obwohl die Früherkennung bei vielen Augenerkrankungen die therapeutischen Möglichkeiten verbessert, gilt die OCT im Rahmen der Glaukom-(Grüner Star-) Früherkennung als nicht von der gesetzlichen Krankenversicherung gezahlte „individuelle Gesundheitsleistung (IGel)“.

Patientin wird mit einem OCTuntersucht - Glaukomfrüherkennung mit Optischer Kohärenztomografie (OCT)

OCT + Glaukomvorsorge:  Warum OCT?

Um ihren Patienten auch ambulant die bestmögliche Diagnostik und Früherkennung zukommen zu lassen, gehört die OCT-Diagnostik zum Leistungskatalog der Augenärzte um Platz der Luftbrücke. Neben Netzhauterkrankungen wie altersabhängiger Makuladegeneration (AMD) und diabetischer Retinopathie wird hier die Untersuchung mit dem optischen Kohärenztomographen im Rahmen der großen Glaukomvorsorge angeboten. Weltweit ist das Glaukom nach der Katarakt (Grauer Star) die häufigste Erblindungsursache. Aber im Gegensatz zur kausal kurativen Linsentauschoperation (Katarktoperation) beim Grauen Star, gibt es keine vergleichbar erfolgreiche Goldstandard-Therapie für das Glaukom. Die Primärtherapie ist eine medikamentöse. Als weitere Erschwernis kommt hinzu, dass beim Glaukom die klassischen diagnostischen Möglichkeiten (ohne OCT) – insbesondere zur Früherkennung – keine wirklich verlässlichen Ergebnisse liefern. Augenärzte, die wie Dr. med. Febrer Bowen von den Augenärzten am Platz der Luftbrücke über hohe Expertise und langjährige Praxiserfahrung verfügen, sehen im Einsatz der OCT zur Glaukom-Vorsorge einen großen Schritt in Richtung auf die Verbesserung und den rechtzeitigen Beginn therapeutischer Maßnahmen und damit auf die Verlaufsprognose einer Glaukomerkrankung.

OCT + Glaukomvorsorge:  Warum keine GKV-Leistung?

Über die Einstufung einer ärztlichen Intervention als Leistung der Gesetzlichen Krankenkassen (GKV) oder als selbst zu zahlende IGel entscheidet der sogenannte „Gemeinsame Bundesausschuss (GBA)“. Die um Ausgabenminimierung bemühten GKVen ihrerseits unterhalten mit dem „Medizinischen Dienstes des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen (MDS)“ eine Organisation, die eine Bewertung aller nicht unter die GKV-Leistungspflicht fallenden Wahlleistungen (IGel), die sie im sogenannten „IGel-Monitor“ auflisten. Die Arbeitsweise des MDS besteht vorrangig in der Literaturrecherche und Begutachtung klinischer Studien unter besonderem Augenmerk auf statistische Evidenz. Daraus resultiert ein generelles Problem: Nur jene Leistungen, die durch eine genügend große Zahl klinischer Studien mit hohen Teilnehmerzahlen und klarer wissenschaftlicher Nutzenevidenz statistisch analysiert wurden, werden für die freiwillige Kostenübernahme vorgeschlagen. Ohne Frage gibt das eine gewisse Sicherheit. Auf der anderen Seite jedoch fallen Leistungen ohne entsprechenden Background klinischer Großstudien prinzipiell durch das GKV-Raster, auch wenn eine Vielzahl der praktisch tätigen Ärzte mit durchweg positiven Behandlungserfahrungen aufwartet. Diese Praktiker selbst haben natürlich nicht die Möglichkeit, geforderte Großstudien zu liefern bzw. zu organisieren und entsprechende unabhängige Forschungseinrichtungen haben nicht immer das Interesse. Somit bleiben leider sehr sinnhafte diagnostische und therapeutische Anwendungen auf der Strecke, d. h. sie verharren im Zustand der selbstzahlungspflichtigen Wahlleistungen.

OCT + Glaukomvorsorge:  Literaturmangel

Die Stellungnahme des MDS der GKVen zur Sinnhaftigkeit der OCT in der Glaukomvorsorge fällt eher spärlich aus. „Keine relevante Literatur gefunden“, „zu wenig systematische Großstudien mit entsprechend hohem Patientenaufkommen“ und „ein Mangel an Belegen, dass ein durch Früherkennung ermöglichter früherer Therapiebeginn die Prognose für den Glaukomverlauf auch wirklich verbessert“, lauten die Argumente. Im Ergebnis könne der MDS daher keine Aussage treffen, ob die OCT zur Glaukom-Früherkennung sinnvoll sei. Es sei ferner nicht  auszuschließen, dass  möglicherweise falsch positive Befunde zu nicht notwendigen Therapiemaßnahmen führten. Die OCT zur Glaukomfrüherkennung können daher nicht zur freiwilligen Kostenübernahme durch die GKVen empfohlen werden und solle daher als Selbstzahlerleistung eingestuft werden.

OCT + Glaukomvorsorge: Die Sicht der Praktiker

Praktisch tätige Augenärzte in Deutschland empfehlen die flächendeckende Glaukomvorsorge (Screening) ab dem 40. Lebensjahr in Dreijahres- und ab dem 65. Lebensjahre in En- bis Zwei- Jahresintervallen. Eine entsprechende Behandlungsleitlinie der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) wurde bereits 2006 formuliert. Die aktuellen Fakten:

In Deutschland liegt die Glaukom-Prävalenz (Zahl der Betroffenen) bei den über 40-Jährigen bei etwa 2,4 % (inklusive Vorstufen). Zirka 1 % der hiesigen Gesamtbevölkerung – etwa 800.000 Menschen – sind bereits manifest erkrankt, von denen etwa 1.000  jedes Jahr neu erblindet. Mit zunehmendem Lebensalter steigt das Glaukom-Erkrankungsrisiko deutlich an. Von den über 75-Jährigen  sind  7 bis 8 %,  von den über 80-Jährigen 10-15 % betroffen.

OCT + Glaukomvorsorge: Späte Symptome erfordern frühe Therapie

Die glaukombedingten Netzhaut- und Sehnervschäden sind nicht reparabel. Mit geeigneten therapeutischen Maßnahmen lässt sich aber der Krankheitsfortschritt aufhalten – sofern rechtzeitig mit der Therapie begonnen wird. Un- oder zu spät behandelt kann die Krankheitsprogression bis zur Erblindung voranschreiten. Der „Kasus Knaxus“: Betroffenen verspüren gravierende Einschränkungen ihres Sehvermögens (Gesichtsfeldausfälle) oft erst in weit fortgeschrittenen Krankheitsstadien – lange nachdem therapeutische Intervention notwendig gewesen wäre.

OCT + Glaukomvorsorge: Pro-OCT-Argumente

Die Bedeutung eines rechtzeitigen Therapiestarts, noch bevor vom Patienten durchgreifende (irreversible) Sehbehinderungen bemerkt werden, ist das schlagende Argument der Augenärzte für ein Glaukom-Screening ab dem 40. Lebensjahr. Um dabei sämtliche für die glaukombedingten Netzhaut- und Sehnervschäden relevanten Parameter zu detektieren und in ihrem Verlauf zu dokumentieren, sei die hochauflösende Bildgebung (etwa per OCT) von großem Nutzen. Gerade die glaukombedingten Gesichtsfeldausfälle, die sich in der Makula (zentraler Netzhautbereich des „stärksten“ Sehens) manifestieren, lassen sich mit der OCT besonders zuverlässig und mit hoher Messgenauigkeit erfassen – bei geringer Belastung für den Patienten. Daher ermöglicht nach augenärztlicher Praxiserfahrung die OCT eine frühere und zuverlässigere Detektion glaukombedingter Veränderungen an Netzhaut und Sehnerv und biete damit mehr Sicherheit für einen rechtzeitigen Therapiebeginn, um die Zahl der schweren Verlaufs- und Erblindungsfälle zu reduzieren.

OCT + Glaukomvorsorge: Vertrauenssache

Selbstredend ist es für die große Mehrheit der Patienten unmöglich die Sinnhaftigkeit einer selbstzahlungspflichtigen Wahlleistung zu beurteilen und zwischen Nutzen und Risiken abzuwägen. Auch auf die Glaukomfrüherkennung mittels OCT trifft das vollumfänglich zu. Es gibt in dieser schwierigen Situation für Sie als Patienten nur eine empfehlenswerte Lösung. Sie brauchen einen Augenarzt/ eine augenärztliche Praxis, dem/der Sie volles Vertrauen entgegenbringen. Wenn Sie sich rundum aufgeklärt und gut beraten fühlen und das sichere Gefühl haben, dass hier das Beste für Ihre Gesundheit und nicht der finanzielle Gewinn das Leitmotiv der ärztlichen Behandlung ist, dürfen Sie sich glücklich schätzen.

Die Augenärzte am Platz der Luftbrücke um Dr. med. Febrer Bowen vertreten genau diese Philosophie der Patientenbetreuung. Machen Sie sich gern ein eigenes Bild.  Ihren Termin können Sie in Ruhe online vereinbaren: www.augen-arzt-berlin.de/online-terminvereinbarung/