Mit `Phobien´ (von griechisch phóbos: Angst, Schrecken) verbinden wir gewöhnlich panisch überzogene Ängste vor real nicht bedrohlichen Situationen, Lebewesen oder Objekten. Ob Angst vor Spinnen (Arachnophobie), engen Räumen (Klaustrophobie) oder Ärzten (Iatrophobie), stets handelt es sich um psychische Störungen, die zum Teil auf traumatisierende Erlebnisse zurückgehen. Obwohl Betroffene das Fehlen realer Gefahr erkennen, können sie ihre Panik nicht verhindern. Bei einer Photophobie („Lichtscheu“) trifft all das nicht zu. Betroffene haben keine Angst vor Licht und die Ursachen sind nicht psychischer Natur.

Photophobie – hoher Leidensdruck

Auch wenn es psychische Angststörungen vor Licht gibt, ist eine Lichtscheu/Photophobie im medizinischen Sinne als deutlich erhöhte Empfindlichkeit der Augen gegenüber „normalem“ Lichteinfall definiert. Schon gewöhnliches Tageslicht oder übliche Raumbeleuchtung werden als unerträglich oder auch schmerzend empfunden. Bei der Photophobie handelt sich um eine somatische (körperliche) Störung, die auf eine Reihe unterschiedlichster Ursachen zurückgehen kann und nicht mit dem Blendungsempfinden beim nächtlichen Blick in einen Autoscheinwerfer zu verwechseln ist. Der Leidensdruck ist mitunter so groß, dass Betroffenen den Aufenthalt in dunklen Räumen suchen. Auf Dauer kann das zur erheblichen psychischen Belastung werden.

Photophobie / Lichtscheu - Mann steht im Dunkeln

Photophobie – Symptome und Diagnostik

Grob lässt sie eine Photophobie als erhebliche Befindlichkeitsstörung durch Einwirkung von natürlichem oder künstlichem Licht beschreiben, wobei die Symptome sehr vielfältig sein können: Blendung, Augen-/Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, Gangunsicherheit sind nur einige Beispiele. Für die ärztliche Diagnostik ist das genaue individuelle Symptombild ein wichtiger, aber meist nicht ausreichender anamnetischer Faktor. Denn einer Photophobie können sowohl augenmedizinische als auch neurologische (vom Nervensystem ausgehende) oder andere organische Ursachen zugrunde liegen.

Photophobie – Augenarzt oder Neurologe?

Wegen der Vielfalt möglicher Ursachen können Betroffene beim erstmaligen Auftreten lichtphobischer Empfindungen schwer beurteilen, welche medizinische Fachrichtung die richtige Anlaufstelle ist. Da die als so unangenehm empfundene Lichtempfindlichkeit die Augen betrifft, ist der Augenarzt nach dem Hausarzt oft erster Ansprechpartner. Das ist eine durchaus sinnvolle Wahl, denn der Ophthalmologe kann abklären, ob die Lichtphobie „eye-made“, also Folge einer Augenerkrankung ist. Andernfalls erfolgt die Überweisung zum neurologischen bzw. anderen Fachkollegen.

Photophobie – wenn es nicht an den Augen liegt

Lichtphobien können als Begleitsymptome von so unterschiedlichen Krankheiten wie Migräne, Cluster-Kopfschmerz, Infektionskrankheiten (z. B. Masern, Tuberkulose), ferner bei bestimmten Autoimmunerkrankungen bis hin zu Gehirnhautentzündung, Tollwut und Tumorerkrankungen auftreten. Zudem gibt es auch Medikamente, zu deren Nebenwirkungen stark erhöhte Lichtsensitivität zählt. In all diesen Fällen wird das Gehirn quasi in erhöhten Reaktionsbereitschaft gegenüber Lichteinflüssen gesetzt, was zur verstärkten Entladung von Nervenimpulsen führt.

Photophobie – wenn´s an den Augen liegt

Die augenärztliche Diagnostik muss unter Berücksichtigung der individuellen Krankengeschichte sehr umfassend ausfallen, da verschiedene entzündliche, traumatische oder funktionelle Augenerkrankungen hinter einer Photophobie stehen können.

  • Entzündungen: Konjunktivitis (Bindehaut), Iritis (Regenbogenhaut), Iridozyklitis (Regenbogenhaut + Ziliarkörper), Uveitis (mittlere Augenhaut), Keratitis (Hornhaut), Sehnerventzündung
  • Traumata: Verletzung der Auenoberfläche oder im Auge
  • Funktionell: Katarakt (Grauer Star), Glaukom (Grüner Star), Trockenes Auge (Sicca Syndrom), Mydriasis (starre Pupillenweitstellung)

Photophobie – Therapie

Da eine Lichtscheu praktisch immer Begleitsymptom einer Grunderkrankung ist, soll diese nach Möglichkeit ursächlich therapiert werden. Ist das – etwa bei bestimmten Autoimmun- und Tumorerkrankungen – nicht umsetzbar, zielt die Behandlung auf Symptomlinderung ab. Die Lichtempfindlichkeit dämpfende Medikamente, das Tragen von Lichtschutzbrillen mit sich je nach Helligkeit verdunkelnden (phototropen) Gläsern und ein starke Lichtreize vermeidender Lebensstil sind effektive Maßnahmen.

Ist eine Photophobie kausal mit einer Augenerkrankung verknüpft, stehen die Chancen für eine Beseitigung der Ursachen oft besser.

Photophobie – konservative und augenchirurgische Therapien

Auf Entzündungen von Augenhäuten beruhende Photophobien lassen sich meist medikamentös therapieren. Mit dem Abklingen der Entzündung schwindet in der Regel die Photophobie.

Lichtscheu, die auf einer Katarakt, auf trockenen Augen infolge einer Meibomdrüsen-Verstopfung oder auf starrer Mydriasis beruht, lässt sich vielfach durch augenchirurgische Eingriffe (z. B. Linsentauch/Kataraktoperation, Lösung von Meibomdrüsen-Verstopfungen) beheben. Die Augenärzte am Platz der Luftbrücke um Dr. Bernhard Febrer Bowen und Dott.ssa Maceda Gurabardhi verfügen über höchste Expertise und langjährige Erfahrung für diese operativen Maßnahmen und zudem über modernstes Instrumentarium, darunter spezielle Meibomdrüsen-Druckpinzetten zur Entkrustung verstopfter Meibomdrüsen und neuartige Iris-Pinzette zur operativen Behandlung traumatischer Pupillenweitstellungen.

Photophobie – rechtzeitig zum Augenarzt

Sofern Sie eine erhöhte Lichtempfindlichkeit Ihrer Augen nicht einer Sie betreffenden Vorerkrankung oder Medikamenteneinnahme zuordnen können, sind Sie gut beraten, möglichst zeitnah einen augenärztlichen Termin zu vereinbaren. Gerade bei entzündlichen Augenerkrankungen kann ein rechtzeitiger Medikamenteneinsatz bleibende Augenschäden verhindern. Im Falle operativer Maßnahmen sollten Sie größten Wert auf umfassende Aufklärung über Risiken und typische Nebenwirkungen legen. Manche Eingriffe können eine erhöhte Blendungsempfindlichkeit nach sich ziehen. Bei den Augenärzten am Platz der Luftbrücke erhalten Sie diese gründliche, individuelle Beratung.